2014-10-29

KANADA-TRIP – TEIL 6: SEATTLE


Nach drei Wochen durch Vancouver Island, den Norden British Columbias und durch Jasper und Banff, kamen wir, nach einem kurzen Zwischenstopp in Salmon Arm, wieder in Vancouver an. Was für ein Trip! In Vancouver haben wir die letzten vier Tage in Richmond gewohnt, bei einem fantastischen Airbnb-Gastgeberpaar. Wir hatten das ganze Souterrain für uns, ein riesiges Bett, einen eigenen Garten-Zugang und eine eigene Küche. Die Gastgeberin hatte uns sogar Bier in den Kühlschrank gestellt, da sie dachte, dass wir bestimmt Lust drauf hätten, wenn wir nach der langen Fahrt ankommen. So toll! Da wir noch ein paar Tage übrig hatten, entschlossen wir uns, noch einen Tagesausflug nach Seattle zu machen. Eine super Idee!
Von Vancouver aus fährt man eigentlich nur etwa zwei Stunden bis Seattle. Wäre da nicht dieses kleine Problem des Grenzübergangs. Gerade am Wochenende, wenn viele, viele Menschen Tagesausflüge machen wollen, ist es dort natürlich sehr voll. Deshalb hieß es für uns erst einmal: warten. Dann mussten wir noch durch die Zweitkontrolle, einen Abschnitt für den Pass abholen (weil wir zum ersten Mal in die USA einreisten) und danach konnten wir endlich weiterfahren. Ich fand das alles sehr respekteinflößend und spätestens als wir einer der Grenzpolizistinnen unseren Autoschlüssel geben mussten, auch sehr kurios. In meinem Pass steht jetzt übrigens, dass ich in der Space Needle gewohnt habe. Kann man mal machen. Ich sollte das so eintragen, weil wir nur einen Tag dort waren und trotzdem angeben mussten, wo wir dann "wohnen" würden.

Seattle selbst ist natürlich sehr beeindruckend, wenn man vorher tagelang durch Berge und Wälder gefahren ist. Wir haben die üblichen Tourisachen gemacht: mit dem Fahrstuhl der Space Needle nach oben gefahren und Souvenirs gekauft. Außerdem waren wir im EMP Museum. Das war tatsächlich super großartig. Solltet ihr irgendwann zwei Stunden Zeit haben und zufällig in Seattle sein – verschwendet sie in diesem Museum! Dann sind wir noch am Pike Place Market herum gelaufen und haben die Menschen ausgelacht, die sich stundenlang beim ersten Starbucks anstellen, nur weil es der erste Starbucks ist. 

Insgesamt war das der schönste Urlaub, den ich bis jetzt gemacht habe. Ich zehre immer noch von der Erholung, die mir die Wochen in Kanada beschert haben und würde sofort wieder hinfliegen. Jetzt zeige ich euch noch die Fotos unserer Rückreise nach Vancouver und aus Seattle. Und dann lasse ich euch endgültig in Ruhe mit diesen Urlaubsschwärmereien. Wer den ganzen Trip noch einmal in Bewegtbild sehen will, kann sich ganz unten das Video anschauen, das der Mann gemacht hat.

Möglicherweise ist das das schönste Foto, das ich in den drei Wochen gemacht habe.
Ein toller Ort.
Es war nicht immer schönes Wetter...
Hell's Gate. Eine sehr gruselige Seilbahn. Die ich aber bezwungen habe.


Bridal Veil Falls in der Nähe von Chilliwack (geiler Name!).
Hier bin ich ausgerutscht und habe mir das Knie so aufgeschlagen,
dass ich heute noch eine Erinnerung daran habe.
Das Wahrzeichen von Seattle.
Blick von der Space Needle.

Im Horror-Fotoautomaten im EMP Museum. Urlaub ist vorbei

2014-10-28

BITTE KLICKEN SIE AUCH HIER! TEIL XVII

Vor einiger Zeit startete ich den ersten Teil meiner Linktipps und versprach regelmäßig weiter zu machen. Das ist endlich wieder der Fall. Es geht weiter. Falls jemand wissen möchte, woher ich den guten Stuff kriege: Die meisten interessanten Artikel werden mir via Twitter oder quote.fm in die Timeline gespült. 
[Hier geht's zu Teil ITeil IITeil III, Teil IVTeil VTeil VI, Teil VIITeil VIIITeil IXTeil XTeil XI, Teil XII, Teil XIII, Teil XIV, Teil XV, Teil XVI]

Schon etwas älter ist der Artikel über Beleidigungen im Internet von dasnuf und wie hilflos man sich in solchen Situationen manchmal fühlt. Er ist sehr, sehr lesenswert. Vor allem mit dem Schlusssatz drückt dasnuf genau das aus, was ich manchmal fühle:

"Ich bin es so satt, mich hilflos und betroffen zu fühlen."


In Bezug auf den Artikel hat Mina auf Frau Dingens ein tolles Wörterbuch erstellt, das sich mit Hatern, Trollen und Orks beschäftigt.

Ich blogge ja nicht umsonst bei Les Flâneurs mit – alles, was sich mit dem Leben in Städten beschäftigt, finde ich ziemlich spannend. Eva Schulz berichtet aktuell aus New Orleans und wie es dort, 9 Jahre nach dem Sturm, aussieht. Ein spannender Artikel, den ich sehr gerne gelesen habe. Bei solchen Posts frage ich mich dann auch immer, warum die üblichen Medien so etwas nicht hinkriegen und dann erst die vermeintlich unprofessionellen Blogger_innen kommen müssen, um zu zeigen, wie man authentisch und einfühlsam schreibt.


Smaracuja lese ich schon lange sehr, sehr gern. Jetzt hat sie ein super sympathisches Video gemacht, in dem sie einige Fragen beantwortet, die ihre Leser_innen so gestellt habe. Allein wegen der hochspannenden Flummiszene lohnt sich dieses Video. Und außerdem ist sie gerade in meiner Heimatstadt Hannover und probiert sich so durch die hannöversche Gastronomie. Ich bin schon gespannt auf den Artikel!
Nochmal dasnuf: Es beruhigt mich sehr, dass offensichtlich auch noch andere Menschen, Menschen in der U-Bahn oder im Bus sehen und diese anstarren müssen. Weil sie auf irgendeine Weise gut aussehen. Ich erwische mich öfter dabei. Bin dann peinlich berührt und starre möglichst unauffällig aus dem Fenster.

Hakan schreibt bei Kleinerdrei über die Beziehung zu seinem Vater, unerfüllte Erwartungen und Hoffnungen. Und das so gut, dass man durch den Text hetzt und danach erst einmal eine Pause braucht, um drüber nachzudenken. Ein Ausnahmetext.

Heng bloggt seit einiger Zeit auch über Mode und ich liebe alle Dinge, die sie trägt. Ich kann dieses Blog ausnahmslos empfehlen, allein schon wegen dieses Satzes:

"Aus diesem Grund finde ich es durchaus angebracht, Salat zu dissen."


Nachdem Karla die Pressemitteilung zur neuen App von Voland & Quist weitergeleitet hat, habe ich die App gleich runtergeladen und das Abo abgeschlossen. Ich werde das jetzt mal einen Monat ausprobieren und bin gespannt, ob ich die Geduld aufbringe, jeden Tag eine ganze Geschichte zu lesen. Als Autor_innen sind einige Menschen dabei, die ich kenne und sehr schätze – von daher kann da eigentlich nicht viel schief gehen. Eine gute Idee, die sicher noch ausbaufähig ist (Stichwort In-App-Käufe, Werbung für E-Books pipapo).


Zum Schluss ein wunderbares Video, auf das mich Hazel Brugger gebracht hat. Ein Bericht über das erste internationale Spoken-Word-Festival in der Schweiz. Patti Smith war da, das allein reicht schon als Information, um sich das Video anzuschauen.


2014-10-27

DIE 18. DEUTSCHSPRACHIGEN POETRY-SLAM-MEISTERSCHAFTEN


Morgen starten in Dresden die 18. deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. 300 Teilnehmer_innen, 21 Veranstaltungen in 6 verschiedenen Locations – was für Spektakel! Poet_innen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg treten erst in den Vorrunden gegeneinander an. Wer sich in den Vorrunden und im anschließenden Halbfinale durchsetzen kann, slammt dann am Freitag im Einzel- oder am Samstag im Teamfinale um den Titel. Im Vorfeld müssen sich die Poet_innen für die Teilnahme qualifizieren. Das bedeutet, sie gewinnen entweder eine Landesmeisterschaft, einen so genannten Highlander (ein Slam bei dem die Gewinner_innen der Saison nochmal gegeneinander antreten) oder sie haben das Glück von einem Slam direkt nominiert zu werden. Für mich hat es dieses Jahr nicht gereicht, ich bin zweimal knapp an nem Titel vorbei geschrabbt und habe leider zu wenig Zeit, um viel zu touren und noch mehr Quali-Chancen wahrzunehmen. Aber vielleicht darf ich ja im nächsten Jahr dabei sein. Wen ihr, wenn ihr in Dresden als Zuschauer_in dabei seid, nicht verpassen dürft, zeige ich euch jetzt:

Leonie Warnke kann man nur lieben. Diese Frau ist Poesie und bester Humor in einer Person. Gemeinsam mit meiner fantastischen Gang-Kumpanin Katja Hofmann tritt sie im Teamwettbewerb an – als Team MfG. Auch im Einzelwettbewerb haben Katja und Leonie aus meiner Sicht die besten Chancen, sich bis ins Finale durchzukämpfen. Sollte das passieren, mache ich es genauso wie sie, als ich in Niedersachsen im Finale stand. Pizza in den Ofen schieben, Brause einschenken, Livestream an und ihnen eine superduper Glücks-SMS schreiben. 



Titelverteidiger Jan-Philipp Zymny ist vermutlich eine der lustigsten Personen auf diesem Planeten. Dieser Typ ist Kuriosität pur. Anders kann ich ihn nicht beschreiben. Ich mag den Mann. Die Meisterschaften haben immer ihre eigenen Gesetze, aber ich vermute, Jan-Philipp wird sich auch in diesem zumindest einen Platz im Finale sichern.


Letztes Jahr hat er ganz knapp, ganz ganz knapp hinter Jan-Philipp den zweiten Platz belegt: Lars Ruppel. Der Mann hat alles schon gesehen, alles schon gemacht, organisiert mit die schönsten Slam-Touren und überhaupt ist er ziemlich großartig.


Müsste ich mit der Händen verdeutlichen, wie toll Hazel Brugger ist, könnte ich das nicht, weil meine Arme dafür bei weitem zu kurz sind. Also: Hazel Brugger ist ziemlich toll und wenn ihr sie noch nicht kennt, solltet ihr das dringend nachholen.


Hätte ich die Geduld, hier 300 Slammer_innen vorzustellen und 300 Videos einzubinden, würde ich das tun. Völlig wurscht, welche Veranstaltung ihr besuchen werdet, ihr werdet garantiert einen fantastischen Abend erleben. Besonders möchte ich euch noch die Reihe "Slam2014 diskutiert" ans Herz legen  hier könnt ihr mal einen Blick in interne Diskussionen werfen. Außerdem spannend: Talking Slam. Slammer_innen trinken Bier und reden über Slam.

Alle Teilnehmer_innen findet ihr hier. Das komplette Programm gibt's hier. Für einige Veranstaltungen sind noch wenige Restkarten verfügbar. Von Zuhause aus könnt ihr das Ganze auf Facebook, Twitter oder im Livestream des MDR verfolgen.

2014-10-26

RICHARD SCHUSTER & STOFFL: DREHBUCH

"Die sehen doch alle gleich aus, diese Opa-Jacken. Da hat doch jeder das gleiche Bild vor Augen. Und vor allem, das ist doch auch selbst gewählt. Da muss doch irgendwann mal der Tag gekommen sein, an dem sich der Opa gesagt hat: "Och Mensch, jetzt bin ich schon so alt geworden, dass 'trendy'-sagen einfach nicht mehr ausreicht, um das auszudrücken. Und deswegen, deswegen kaufe ich mir jetzt diese fesche beige-braune Jacke."" [Richard Schuster. Ein fetziger Text]

Richard Schuster und Stoffl sind nicht nur Slam Poeten, sondern mir auch zwei der liebsten Menschen in dieser Stadt namens Hannover. Auch, wenn Richard jetzt zum Studium nach Dresden gezogen ist, wird er für mich immer Hannoveraner bleiben. Die beiden sind von den Bühnen dieser Stadt nicht mehr wegzudenken und treiben ihr Unwesen auch bei zahlreichen anderen Slams in ganz Deutschland. Und weil sie so super harmonieren, haben sie jetzt ein gemeinsames Buch im Blaulicht-Verlag rausgebracht: Drehbuch. Die drehbare Poetry-Slam-Anthologie. Wie der Titel schon andeutet, können Leser_innen das Buch von zwei Seiten lesen  in der Mitte treffen sich. Ganz schön tricky! Das Buch hat ein kleines, schnuckeliges Format und eignet sich so perfekt zum Mitnehmen in Tram und Zug. Plus: Illustrationen meines Lesebühnenkumpels Tobi Kunze.

"Einer meiner absoluten Lieblingssätze ist: "Wir erwarten ein Kind." Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch, das liegt nicht daran, dass ich gerne sehe, wie Menschen Eltern werden und schon gar nicht daran, dass ich Kinder mag, sondern weil das Wort "erwarten" einen gewissen Spielraum für Eigeninterpretationen lässt, wie zum Beispiel: "Wir erwarten ein Kind, es könnte allerdings auch ein T-Rex werden. Wir sind uns da noch nicht ganz sicher."" [Stoffl. Ewartungen]

Die Texte handeln von der Liebe, dem Leben und Sterben, Handys, Feiern und diesem Problem mit der Schlagfertigkeit. Ein kurzweiliger Trip durch das Leben der zwei Twentysomethings, der immer wieder durch nachdenkliche und sehr tiefgehende Stellen unterbrochen wird. Ich kann euch "Drehbuch" nur empfehlen. Noch besser: Zum Poetry Slam in eurer Nähe gehen, den Beiden zuhören und dann das Buch mit nach Hause nehmen. 

"Drehbuch. Die drehbare Poetry-Slam-Anthologie." gibt's für 9,90 Euro beim Blaulicht-Verlag.