2014-08-31

AUF AUF ZUM SCHWEINSKOPFFESTIVAL

Ja, ihr habt richtig gelesen: Dieses Festival heißt wirklich so! Und warum? Weil das Gelände von oben aussieht wie ein Schweinekopf. Wenn das nicht als Grund reicht, dorthin zu fahren, dann überzeugt euch vielleicht das Programm. Schöne Musik, Workshops, Kunst, leckeres Essen und natürlich, bämbäm, ein Poetry Slam. Und jetzt wisst ihr, warum ich überhaupt davon erzähle! Ich bin nämlich auch beim Schweinekopf und werde ein paar Geschichten erzählen. Wenn ihr also vom 5. - 7. September noch so gar nicht wisst, was ihr tun sollt, dann setzt euch in den Zug, kommt nach Otterndorf und unterstützt das schnuckelige und selbstgemachte Festival!

Und hier schon einmal ein schöner Vorgeschmack auf das Wochenende! Drückt die Daumen für gutes Wetter!



2014-08-28

A BABY IS BORN: "UND GANZ, GANZ VIELE DOOFE!"

Seit fast 20 Jahren schreibe ich Geschichten. Seit zehn Jahren so, dass ich mich auch traue, diese anderen Menschen zu zeigen – sei es im Netz oder auf Bühnen. Dass es irgendwann ein richtiges Buch geben würde, auf dem vorne mein (Künstlerinnen)Name steht und dass es sogar Menschen gibt, die das kaufen wollen, hätte ich mir damals nicht ausmalen können. Jetzt ist es soweit. Schon vor einiger Zeit hat Dominik vom Blaulicht-Verlag mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei ihm eine Sammlung der besten Texte zu veröffentlichen. In meinem Kopf haben immer noch ein paar Texte gewartet, die unbedingt mit in das Buch mussten. Und jetzt liegt das pinke Baby hier auf meinem Tisch. 168 Seiten voll mit Geschichten und Gedichten. Und: Comis von meiner besten Freundin Alex. Nachdem ich im Urlaub war, konnte ich das Paket mit den Büchern erst heute aufreißen und hab sie gleich dazugeholt. Was für ein tolles Gefühl, die Dinger in der Hand zu halten!

Alex (rechts) und ich beim
ersten Durchgucken (völlig ungestellt für's Foto)

Was ist drin? 34 Geschichten und Gedichte über das Leben in Großstädten, Partys bei Landeiern, Besuchen bei der Frauenärztin und den Versuch mit 140 Zentimetern geballter Lebensgröße ganz "normal" zu sein (Spoiler: Klappt nicht!). Einige Texte findet ihr auch hier auf dem Blog, fast alle habe ich schon auf irgendeiner Bühne in den letzten sechs Jahren gelesen, aber so gesammelt bekommt ihr die volle Ninia nirgends.

Das Cover ist der Oberkracher und stammt aus der Feder von Patrick Schmitz. Was habe ich für tolle Kolleg_innen, die das möglich gemacht haben! Ich bin ein bisschen stolz auf alle und mich.
Kaufen könnt ihr das Buch beim Buchhändler eures Vertrauens oder einfach direkt beim Verlag bestellen. Oder ihr kommt zu einem meiner Auftritte, da werde ich sicher immer Exemplare dabei haben.

Auf der letzten Seite des Buches danke ich unter anderem euch, meinen Blogleser_innen – dass ihr es gleich wisst! Ohne euer tolles Feedback wäre diese Idee wahrscheinlich nie entstanden! Also ein fettes Dankeschön an euch! 
Und weil ich euch so mag, verlose ich zwei Exemplare von "Und ganz, ganz viele Doofe!"  – selbstverständlich mit Widmung und allem Pipapo. Was ihr dafür machen müsst? 1. Kein Muss: Schenkt meiner Facebook-Seite und der des Blaulicht-Verlags jeweils ein Like (wenn ihr das nicht eh schon gemacht habt)! 2. Ein Muss: Hinterlasst unter diesem Post bis zum 5. September einen netten Kommentar! Ich lose unter allen, die mitmachen aus!

Und jetzt verziehe ich mich auf's Sofa und lese die Geschichten durch, die sich auf Papier nochmal ganz anders anfühlen.

2014-07-28

DIE TREKKINGSANDALE. ODER: WIE ICH ERKANNTE, DASS ALTER VOR SCHÖNHEIT GEHT.

Hier auch zu erkennen:
die knibbeligsten Zehennägel der Welt.
"Ich habe mir gestern Trekkingsandalen gekauft", verkünde ich beim Freund_innen-Frühstück am Sonntag, sicher in der Annahme, dass ich den Schocker des Tages bringen kann. "Ich hab's schon gesehen", schmunzelt K. und schaut unter den Tisch. "Geht eigentlich, sind ja pink." 
Jetzt ist es also so weit. Ich habe mir Schuhe aus allen möglichen Gründen gekauft, aber nicht aus modischen. Als ich die Schuhe anzog, war mir plötzlich völlig egal, wie sie aussehen. Sie hätten auch rotzegrün sein können, egal, ich laufe wie auf Wolken.
Seitdem ich denken kann, bekomme ich in offenen Schuhen Blasen. In allen offenen Schuhen, auch in Birkenstock-Tretern. Ich habe einen Senk-Tritt-Spreiz-Knick- und Plattfuss. Damit hat mein Fuß so ziemlich alle Scheiße mitgenommen, die geht. Und deshalb gehe ich auch nicht wie ein Mensch mit gesunden Füßen, sondern wie ein Pinguin. Ich watschele. Ich kann nicht anders. Dazu kommt, dass nach 12 Jahren Ballettraining meine Knie so im Arsch sind (also nicht bildlich, das wäre wirklich unangenehm), dass ich Absätze nur unter großer Quälerei tragen kann. Und als wenn das noch nicht alles wäre, trage ich Schuhgröße 34. Ergo: Ich hab schon vor Betreten eines Schuhgeschäfts verloren.

Dann war ich am Wochenende mit dem Mann im "Outdoor-Kletter-ich-trage-nur-Funktionskleidung-weil-ich-so-super-sportlich-bin"-Laden. Der Mann brauchte einen neuen Riesenrucksack. Und mir war langweilig. Also bin ich im Geschäft rumgestiefelt (in extrem blöden, alten Sandalen, die auch nur Blasen machen, aber glitzern!) und sah diese Trekkingsandale. "Naja, was soll's, kannste ja mal anprobieren, sieht ja keiner", dachte ich und probierte an. Seitdem habe ich die Schuhe nicht mehr ausgezogen. Meine neuen Lieblinge sind von Teva und nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass die (natürlich nur in großen Größen) sogar wirklich schnieke Modelle herstellen. Falls sich jetzt also jemand berufen fühlt, mir auf meinem Sandalen-Rebellinnen-Weg zu folgen, möge sie das gerne tun (und ich schwärme hier völlig freiwillig und unbezahlt herum).

P.S.: Und wenn die Mädels von Jane Wayne sogar sagen, dass die Trekkingsandale das nächste große Ding sind, bin jetzt unabsichtlich die heißeste Trendsetterin in Hannover. Wär mir aber auch egal, wenn nicht. Ich schwebe nämlich jetzt nur noch.

2014-07-21

FÄHRMANNSFEST: INTERVIEWREIHE INKLUSION – SINA RIMPO

Das Fährmannsfest ist ein sehr schönes und spannendes Festival, immer Anfang August auf dem FAUST-Gelände in Hannover. Drei Tage Musik, Kunst und Poesie, inklusive Kinderfest. Ich war die letzten Jahre immer gerne dort – die Atmosphäre ist sehr angenehm und das Programm einfach so abwechslungsreich, dass eins locker den ganzen Tag dort verbringen kann. Das Besondere: Seit 2012 gibt es das Projekt "Inklusives Fährmannsfest". Die Projektbeteiligten sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung in alle Bereiche des Festivals eingebunden werden: auf der Bühne, bei Aufbau und Organisation und als Zuschauer_in. Dieses Jahr habe ich im Vorfeld des Festivals mit zwei Organisationsbeteiligten und dem Festivalchef über das Projekt gesprochen. Die Interviews werde ich nach und nach auf meinem Blog veröffentlichen. Außerdem werde ich das Projekt am Festivalwochenende begleiten und mir den Lotsendienst genauer anschauen. Ich bin super gespannt und freue mich, dass das Fährmannsfest so viel Wert auf den Inklusionspart legt. Nur wenig Festivals bemühen sich so stark darum, alle Menschen einzubinden. Ein positives Beispiel: Wacken Open Air.


Sina Rimpo
Als erstes habe ich mit Sina Rimpo gesprochen. Sina wohnt in Linden, dem Stadtteil in Hannover, wo auch das Fährmannsfest stattfindet und ist seit vielen Jahren treue Besucherin des Festivals. Sie gehört zum Organisationsteam des Inklusionsprojekt. Als Rollstuhlfahrerin möchte sie dazu beitragen, dass Barrieren reduziert werden.

Sina, du bist Mitglied im Orgateam für das Inklusionsprojekt auf dem Fährmannsfest. Warum liegt dir dieses Thema so am Herzen?

Da ich selbst Rollstuhlfahrerin bin, weiß ich, mit welchen täglichen Barrieren man konfrontiert wird. Ich möchte dazu beitragen, diese Barrieren zu reduzieren. Seit mittlerweile 7 Jahren wohne ich in Linden und besuche das Fährmannsfest jedes Jahr. Es ist ein tolles Festival mit vielen unterschiedlichen Menschen und deshalb arbeite ich dafür, dass auch Menschen mit einer Beeinträchtigung dieses Festival besuchen und dort arbeiten können. Ich möchte das Bewusstsein für Inklusion stärken, da ich finde, dass hier Inklusion beginnt.

Was genau machst du im Vorfeld zum Festival und dann an dem Wochenende?

Bestandteil unseres Projektes sind die Kulturlotsen. Das sind ehrenamtliche Helfer, die Menschen, insbesondere mit einer Seh- oder Körperbehinderung, während des Festivals unterstützen. Zu meinen Aufgabengebieten zählen unter anderem die Lotsenschulungen. Mein Schwerpunkt ist die Vermittlung von Begleittechniken und die Schaffung einer Sensibilisierung für den Umgang mit Rollstuhlfahrern. Auf unseren regelmäßigen Organisations- und Austauschtreffen bin ich bezüglich Fragen, Organisation und Anmerkung zur Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer Innen zuständig. An dem Wochenende selber werde ich organisatorisch und helfend zur Verfügung stehen.

Wie empfindest du das Feedback, das die Festivalbesucher_innen euch geben? Kommt das Projekt gut an?

Das Feedback, welches ich bekommen habe, war bisher immer positiv. Die Menschen in Linden sind sehr interessiert und offen für dieses Thema. Aber auch außerhalb von Linden gibt es interessante Gespräche, die anregend und positiv bestärkend sind.

Auf welche Acts freust du dich dieses Jahr am meisten?


Prinzipiell auf alle. Besonders die kleinen, unbekannten Künstler und Bands, denen hier eine großartige Bühne geboten wird, überraschen und erfreuen mich jedes Jahr aufs Neue.

Wenn du anderen Festival-Organisator_innen erklären müsstest, warum es so wichtig ist, allen Menschen Zugang zu einem Festival zu ermöglichen – was würdest du sagen?

Es ist gar nicht wichtig, sondern sollte einfach selbstverständlich sein!
Ein möglichst buntes, durchmischtes und auch kulturell vielfältiges Publikum ist Voraussetzung für ein gelungenes Festival, an dem man sich auch im Nachhinein noch erfreuen kann; alles andere würde immer den bitteren Beigeschmack von Ausgrenzung beinhalten.

Vielen Dank, Sina!