2015-08-28

GLEICHSTARK – MIT MUCKE UND POETRY SLAM

So, ihr Musikhasen. Ihr kennt das: Egal, welches Festival wir uns anschauen, am Ende stehen immer wesentlich mehr Typen auf der Bühne als Frauen. Das ist doof und deshalb feiert jetzt das GLEICHSTARK-Festival auf dem Faust-Gelände in Hannover Premiere. Und wer darf das moderieren? Eure Lieblingsmoderatorin! Also, äh, ich. Gemeinsam mit Supertyp Jan Sedelies. Kann nix schief gehen. 

Los geht's um 15:30 Uhr mit einem Poetry Slam, zu dem solche Herzensmenschen wie Pauline Füg, Katja Hofmann, Richard Schuster und Johannes Berger eingeladen sind. Danach gibt's den ganzen Nachmittag und Abend Musik von Laing, Susanne Blech, Naya Isso, Tom Thaler & Basil, Fat Belly und Madame Puschkiin. Und da das Wetter auch super wird, weiß ich nicht, was ihr für eine Ausrede haben solltet.

Die Tickets kosten fünf Euro. Könnt ihr hier online kaufen. Auf der FB-Page und bei der FB-Veranstaltung gibt's alle weiteren wichtigen Infos.

ODER: Ihr gewinnt zwei Tickets direkt hier. Easy peasy! Ich verlose 2x2 Tickets für das Festival. Mitmachen ist ganz einfach: Ihr schreibt mir bis einschließlich 01.09.2015 eine Mail mit dem Betreff "Gleichstark" an ninialagrande[at]gmail.com. Ich lose dann unter allen Einsendungen aus und schreibe euch flott zurück, wenn ihr gewonnen habt. Teilnahmebedingungen: Um mitmachen zu können, müsst ihr über 18 Jahre alt sein und in Deutschland wohnen. Etwaige Anfahrtskosten müsst ihr selbst bezahlen. Und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Viel Glück!

2015-07-23

SUMMER PLAYLIST

Im Bus ist es seit heute sehr leer und ruhig. Das ist schön, weil die Sommerferien angefangen haben. Für mich zwar noch nicht, aber allein diese Ruhe im Bus ist so schön, dass ich fast keine Ferien mehr brauche. Freut euch mit mir und hört mal in diese Playlist rein, die ich mir für den Sommeranfang zusammengestellt habe. Besonderes Augenmerk möchte ich auf Alice Boman und JOCO legen. Alles andere ist auch gut.

2015-07-20

ALL THE GOOD GUYS

In den letzten Tagen habe ich eine Überdosis an mittelalten, weißen Männern, die vermeintlich gute Dinge tun, erhalten. In meiner Timeline wurden Artikel, Postings und ein Video geteilt, die die Mehrheit für gut und richtig hielt. Vieles davon war auch gut und richtig (nicht alles). Alles davon war aber nicht neu. Und trotzdem kriegen genau diese Typen, genau jetzt, Applaus dafür. Meine Problemfälle im Einzelnen:

Da ist dieser Mann, Tom Greaves, und er hat wahrscheinlich viele Tage geweint, weil niemand mehr auf die "gute, alte Art" dated. Die gute, alte Art in diesem Kurzfilm ist offenbar übergriffiges und völlig unangemessenes Verhalten gegenüber Frauen von Tom. Er spricht sie wahllos an, stoppt sie auf dem Gehweg, obwohl sie Musikstöpsel im Ohr haben (und wie, wenn nicht so, soll man sich eigentlich noch vor Anlabereien schützen?) und fragt sie, ob sie JETZT mit ihm auf ein Date gehen wollen oder ihm ihre Nummer geben (ohne auch nur ein Wort mit ihm gesprochen zu haben). Das soll einmal die Realität gewesen sein? Als Ausreden akzeptiert er nur, dass sie "into girls" sind oder "a boyfriend" haben. Außer Reichweite oder besetzt also. Dass sie vielleicht einfach keine Lust haben, mit einem wildfremden, creepy guy jetzt sofort was trinken zu gehen, lässt ihn so sehr verzweifeln, dass er erst einmal seinen Kopf auf's Lenkrad schlagen muss. Schön auch, wie er, wenn eine der Frauen nicht möchte, die Freundin direkt daneben fragt. Weil: Hauptsache irgendwen mit Brüsten finden. Kate Lloyd hat sehr schön zusammengefasst, warum dieser Kurzfilm keine romantische Komödie ist, sondern ein völlig falsches Bild vom ach so tollen Offline-Dating zeichnet.

Christian Ulmen ist jetzt Vater und trotzdem immer noch männlich. Wahnsinnig gute Nachrichten, ich bin so froh! Das Interview mit der FAZ ist fast eine Persiflage auf sich selbst. Man stelle sich vor, sie hätten eine Frau interviewt: "Ich musste nie stärker und härter sein als als Mutter." Diese Überschrift wäre so niemals gegangen. Mütter sind nicht hart. Vielleicht wäre sie eher stark und aufopferungsvoll gewesen. Niemals wäre sie gefragt worden, ob sie sich manchmal unweiblich fühle. Christian Ulmen muss aber beantworten, ob er sich manchmal unmännlich fühle. Weil Männlichsein immer noch das höchste Level in dieser Gesellschaft ist. Ich bin erstaunt, mit welcher Geduld Ulmen all diese kuriosen Fragen beantwortet hat. Als Beispiel: "Der Reisdrink, den Sie hier trinken, ist auch ziemlich unmännlich, oder?" Warum nur? Ich wusste bis zu diesem Interview nicht mal, dass Reisdrink ein Geschlecht hat! Leider ist es immer noch wichtig, dass Aussagen bekannter Väter, wie Ulmen einer ist, so gepusht werden. Um anderen Vätern zu zeigen, dass es völlig cool ist, wenn jemand sich gleichberechtigt um's Kind kümmert. Jetzt muss ich gleich anfangen zu weinen, weil wir das Jahr 2015 haben und immer noch Väter-Vorbilder brauchen.Väter-Vorbilder, die aber immer noch gut einparken können und Sendungen namens "Who wants to fuck my girlfriend" drehen. Aber immerhin: "Da wurde ich angefeindet." Obwohl er doch sonst so'n Guter ist.

Und dann wäre da noch Til Schweiger. Wir erinnern uns: Der Typ, der die Bundeswehr in Afghanistan besuchte, um ihnen seinen kriegsverherrlichenden Film "Schutzengel" vorzuspielen, in Begleitung eines BILD-Kolumnisten (der Flug wurde übrigens von der Bundeswehr bezahlt). Der Typ, der mit seinen Facebook-Postings zum Fall Edathy den digitalen Mob so richtig schön angeheizt hat. Jetzt findet Schweiger mit einem Posting zum Thema Flüchtlingshilfe heraus, dass einige seiner Fans Nazis sind und ihre Meinung offen in die Kommentare kotzen. Er fordert diese Fans mit einem weiteren Posting auf, von seiner Seite zu verschwinden. Das gut, richtig und selbstverständlich. Danach passiert nichts. Die Kommentare werden nicht moderiert. Weiterhin posten Menschen rechten und menschenverachtenden Müll auf die Schweigers Seite. Hier könnte man ganz klar eingreifen, löschen, Konsequenzen ziehen. Natürlich ist es wichtig, dass Schweiger in seiner Vorbildfunktion klar macht, dass er so ein Verhalten in keinster Weise unterstützt. Warum man ihn dafür so abfeiern muss, verstehe ich allerdings nicht. Schenkt eure Aufmerksamkeit in Zukunft doch auch denen, die sich tagtäglich für andere aufreiben und einsetzen und deren Arbeit durch so ein Gehype unsichtbar gemacht wird.

Und weil ich euch nicht mit diesen drei Männern im Regen stehen lassen möchte, hier ein paar Linktipps zu Artikeln, die ihr vielleicht stattdessen oder zumindest auch lesen und teilen könnt:

2015-07-15

JUGENDKULTUR: FOREVER YOUNG

Meine Lieben, wenn ich nicht gerade neuen Lippenstift auftrage oder auf Bühnen herumstehe, schaue ich mir gerne Schmuckstücke aus diversen Mediatheken an. Ihr wollt auch? Kein Problem, hier bitte: In der Arte Mediathek gibt es gerade eine zweiteilige Dokumentation über Jugendkultur, die Rock-Attitude der 50er und 60er Jahre und wie das Netz und Netzkommunikation Jugendkultur beeinflusst haben.