2015-06-30

GEWINNSPIEL: MERKWÜRDIGE DIALOGE

Ihr kennt meine kurzen Geschichten über den Mann und mich bei Twitter? Jetzt gibt es ein Buch voll mit diesen Sachen! Also nicht nur mit dem Mann und mir, sondern lauter merkwürdigen Dialogen, die selbstverständlich genau so stattgefunden haben. Slammerkollege Christian Ritter hat beim Unsichtbar-Verlag eine Sammlung von Autorinnen und Autoren herausgegeben. Und ich bin auch dabei! Außerdem auch so Stars wie Patrick Salmen, André Herrmann und Anke Fuchs. 250 merkwürdige Dialoge auf einmal! Ich denke, es gibt kaum was Besseres.

Zum Buch gibt es natürlich auch eine Facebook-Seite, auf der ihr weiterhin jeden Tag lustige Dialoge findet oder selbst welche einreichen könnt. Und nun zur Ankündigung in der Überschrift. Ihr könnt eines dieser Bücher gewinnen! Schreibt mir einfach hier oder unter das Posting auf meiner Facebook-Page, welchen lustigen Dialog ihr zuletzt erlebt habt. Unter allen Kommentaren bis einschließlich 5. Juli 2015 werde ich eine Ausgabe verlosen.

(Den_die Gewinner_in werde ich auf Facebook nennen und via Mail oder Nachricht informieren. Ihr bekommt das schöne Teil dann von mir zugeschickt. Teilnehmen könnt ihr, wenn ihr über 18 Jahre alt seid. Eure E-Mail-Adresse nutze ich selbstverständlich nur zur Gewinnbenachrichtigung.)

MUSIK AUSM FASHION MAG

In unserer kleinen, feinen Sendung gab es auch immer ausgewählte Hits zu hören. Weil einige Menschen fragten, welche Musik denn genau lief, haben Laura vom Redaktionsteam und ich euch zwei Spotify-Listen zusammengeklöppelt, damit ihr auch im Sommer immer schön an uns denkt. Die Songs zu "Ninias Style der Woche" gibt's hier. Und den riesigen Topf an Songs aus "Ninias Fashion Mag" findet ihr direkt hier:

2015-06-26

#BUNDESJUGENDSPIELE

Christine Finke, Autorin, Bloggerin und Stadträtin aus Konstanz hat eine Petition gestartet, die sich an Ministerin Manuela Schwesig richtet und fordert, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. Ich habe diese Petition bereits unterschreiben. Und wie es sich gehört, schrillen da bei all den "Haben wir nicht andere Probleme?"-Rufern schon wieder die Alarmglocken.

  • "Unnötigt"
  • "Ist noch keiner von gestorben"
  • "Kinder sollen Sport machen statt Chips essen"
  • "Wettbewerb gehört beim Sport dazu"
  • "Dann können wir auch Mathe abschaffen"
  • "Also, ich hatte dort immer Spaß, (auch, wenn ich Sport nicht gerne machte)"

Das ist ein Auszug der Gegenargumente. Freitagmorgen habe ich diese Tweets gelesen und dann selbst einige dazu verfasst. Weil ich aber nicht alles, was ich zu diesem Thema loswerden wollte, in 140 Zeichen unterbringen konnte, schreibe ich jetzt also doch einen längeren Text dazu.

Ich habe die Bundesjugendspiele gehasst. Ich mache gerne Sport. "Huch", mag da der_die ein oder andere eingeschränkte Twitterer_in denken, "wie geht das denn zusammen, passt ja gar nicht in mein kleines Weltbild." Ich bin 1,40 m lang. Damit habe ich ziemlich schlechte Voraussetzungen, irgendwas im sportlichen Wettbewerb mit gleichaltrigen Schüler_innen zu bestehen, geschweige denn, zu gewinnen. Ich hab bei allen Bundesjugendspielen, an denen ich jemals teilnahm, die Teilnehmerurkunde bekommen. Ich hatte Lehrer_innen, die mir angeboten haben, zuhause zu bleiben oder die Zeit bei den anderen zu nehmen. So ausgeschlossen zu werden, nur weil ich körperlich nicht in dieses Wettbewerbskonzept passte, fand ich dann aber noch schlimmer als mich kurz zu blamieren. Obwohl ich den "na gut, sie könnte ja nicht mal, wenn sie wollte"-Bonus hatte, war ich komplett unmotiviert. Ich würde niemals auch nur annähernd die unterste Leistungsgrenze erreichen. 
Außerhalb der Bundesjugendspiele bekam ich im Sportunterricht immer eine 3. Weil es wohl "gemein" gewesen wäre, mir eine schlechtere Note zu geben, ich aber auch nicht die Leistungen einer besseren bringen konnte. Im Hockey und im Badminton hatte ich eine 2. Weil ich da gut war. Und man das auch spielen kann, wenn man klein ist. Außerdem habe ich 12 Jahre Ballett getanzt, meinen Grüngurt in Karate gemacht, halbprofessionell Badminton gespielt und jahrelang Hiphop getanzt. Das interessiert in der Schule aber niemanden.

Lassen wir das Mobbing im Umkleideraum, unfähige Sportlehrer_innen und schlecht ausgestattete Turnhallen und Sportplätze mal außen vor. Das sind ja eh schon alles Dinge, die den Sportunterricht nicht besser machen. Und lassen wir auch meine persönliche Erfahrung außen vor. So muss es ja nicht allen gegangen sein (allein schon, weil "alle" nicht so klein sind, wie ich). Reden wir stattdessen mal von den Argumenten, die fallen, wenn jemand wie Christine Finke die Abschaffung der Bundesjugendspiele fordert.

Noch nie wurde irgendwo irgendjemand durch die Bundesjugendspiele zum Sport machen animiert. Ja, das ist eine Behauptung, aber ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass sie der Wahrheit entspricht. Bundesjugendspiele finden einmal jährlich statt. Sollten sie wirklich zum Ziel haben, Kinder zum Sport zu motivieren oder sportlicher zu machen, würden sie doch überhaupt nichts ausrichten. Bei dieser Diskussion sind wir ja auch immer ganz schnell bei kackscheißigen Fatshaming-Tweets und -Beiträgen, die nullkommanull zu dieser Diskussion beitragen. Körpergewicht ist nicht gleich Sportlichkeit. Körpergewicht ist aber leider immer noch eine willkommene Einladung für viele Vollidioten, dies zu kommentieren und Menschen zu beleidigen. Wenn ein_e  dicke_r Schüler_in also auf die ein oder andere Sportart keine Lust hat, dann liegt das Arschlöchern zufolge daran, dass sie dick sind und selbstverständlich nicht daran, dass sie einfach keine Lust auf diese Sportart haben. In Deutschland haben so viele Menschen noch nicht verstanden, dass Empowerment nicht durch Beleidigung funktioniert. Und dass Schlanksein nichts mit Sportlichkeit oder Gesundsein zu tun hat. Ich empfehle dazu (und auch im Allgemeinen) das Blog von Alex und alles, was Magda Albrecht sagt und schreibt.

Gerne sagen die Befürworter der Bundesjugendspiele, dass ja sonst niemand mehr Sport machen würde. Ganz kurz nur zur Info: Niemand möchte euch die Vereine klauen oder Bolzplätze schließen. Es hat keine_r vor, Schwimmbäder abzupumpen oder Tennisplätze zu betonieren. Es geht um eine Veranstaltung im Jahr, deren Abschaffung in niemandes Leben irgendetwas zum Negativen verändern würde. Dafür aber in vielen Leben vieles zum Positiven. So viel auch zum Argument "Wettbewerb gehört dazu". Natürlich! Alle Menschen, die Wettbewerb im Sport voll geil finden, können sich ungestraft in Vereinen anmelden oder ein Wettrennen mit Freund_innen machen. Niemand hält euch davon ab! Sucht euch eine Mannschaft in der Sportart, die ihr voll gut findet und legt los. Aber erwartet doch bitte nicht, dass jede_r um euch herum genau darauf auch Lust hat.

Wenn wir die Bundesjugendspiele abschaffen, dann, so feixen einige, könnten wir ja auch gleich den Matheunterricht abschaffen oder Musik oder Kunst oder Englisch. Alle Fächer mit Noten: weg! Schule: weg! In meinen Augen eigentlich eine ganz nette Vorstellung. Aber mal im Ernst: Zwischen Mathe- und Sportunterricht ist ein großer Unterschied. Mathe schließt als Fach grundsätzlich niemanden aus. In Mathe werde ich nicht aufgrund meines Körpers gedemütigt oder ausgeschlossen. Und Mathe ist kein Wettbewerb. Natürlich kann ich in Mathe auch eine gute oder schlechte Note bekommen. Aber ich bin damit nicht Erste_r oder Letzte_r. Und, um doch mal kurz die persönliche Erfahrung einfließen zu lassen, ich hab mein Matheabi mit einem (!) Punkt gemacht. Ich hatte dabei aber ein ganz anderes Gefühl als beim Sportunterricht. Das heißt nicht, dass ich Mathe und alle anderen Fächer und Schulunterricht im Allgemeinen völlig super finde (ganz im Gegenteil), aber DARUM GEHT ES HIER DOCH VERDAMMT NOCHMAL NICHT. Und diese "Dann müsst ihr aber auch XY tun"-Argumentiererei ist eine Angelegenheit, die einfach niemals irgendwen ans Ziel bringt.

Ich freue mich für Menschen, die keine schlechten Erinnerungen an die Bundesjugendspiele haben. Das ist toll, ernsthaft! Aber ich frage mich an dieser Stelle wie so oft in Diskussionen, wieso viele Menschen nicht in der Lage sind, zu sagen: "Hm, mir ging es zwar nicht so, aber das ist ja echte schade für die betreffende Person. Vielleicht denke ich nochmal drüber nach, bevor ich Scheiße ins Internet schreibe." Oder warum sie diese Petition, wenn sie sie aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, nicht einfach an sich vorbeigehen lassen, ohne zu unterschreiben. 

Wie gesagt: Bundesjugendspiele an sich sind weder ausschlaggebend für die Karriere diverser Spitzensportler_innen, noch motivierend für alle anderen. Es ist ein Tag im Jahr, den man mit so viel anderen krassem Zeug füllen könnte. Ganz crazy: Es könnte sogar ein Tag sein, an dem sich Schüler_innen in ihrem jeweiligen Interessensgebiet weiterbilden könnten. Sport, Technik, Musik, E-Games, Programmieren, Kunst, Fotografie... aber, ach, was rede ich. Dafür müssten wir ans Bildungssystem ran und das ist der Endboss.

FABULOUS FASHIONISTAS

Hochprofessionelle
Modefotografie.
Schon als ich noch ein Kind war, sah ich immer anders aus als alle anderen. Meine Mama zog mich so fantasievoll und abgedreht an, dass andere das lustig fanden. Für mich war diese Kleidung normal. Ich durfte mir auch sehr schnell morgens selbst aussuchen, was ich anziehe und wenn das ein bisschen abgedreht war, dann war das eben so. Meine Mutter beschloss, dass ich schon wüsste, was ich da tue. So ging es in der Schule weiter und so läuft es eben bis heute. Nur, dass meine Mama morgens nicht mehr live einen Kommentar abgibt, sondern auf meinen Instagram-Channel schaut und mich dann gegebenenfalls anschreibt: "Geiles Outfit!"

Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte Menschen mit meinem Outfit sogar gute Laune machen. Vor zwei Tagen beispielsweise trug ich einen grünen Flauschepulli aus den 70ern (?) und eine Neon-Dinokette. In der U-Bahn und in der Stadt lächelten mich Leute an, eine Verkäuferin sprach mich auf die Kette an (selbst gebastelt von einer Freundin). Und ich hatte das Gefühl, dass die Leute nicht lachten, weil ich vielleicht albern aussah (auch das ist mir ja wumpe), sondern, weil sie es mochten, dass ich so aussehe, wie ich aussehe. Und, dass sie sich das vielleicht auch mal gerne trauen würden, ein bisschen auszubrechen.

Die sechs Ladies aus dem folgenden Videoclip ziehen das mit der konsequenten Individualität und Launen durch Kleidung ausdrücken seit 80 Jahren durch. Ich bin verliebt! Genau so möchte ich sein, wenn ich Seniorin bin. Toi toi toi!