2017-07-09

WEEKLY LAGRANDE

Ich bin spät dran, aber ich habe das enorm Magazin leider jetzt erst für mich entdeckt. Man kann es auch auf dem iPad lesen und das mache ich. Ich benutze mein iPad nur für den Zeitvertreib. Ich habe Mails und alle Social Media Netzwerke gelöscht, damit ich mich tatsächlich meinem Feedly-Stream und diversen Magazinen und Artikeln widmen kann. In der aktuellen Ausgabe gefällt mir vor allen die Kolumne von Fred Grimm zu sexistischer Werbung (dieser furchtbare, furchtbare Spot vor der tagesschau zum Beispiel) und das Titelthema zu utopischen Städten und neuem, gemeinschaftlichem Wohnen.
In diesem Zusammenhang noch weiterer Tipp, den ich von der enorm-Page geklaut habe: Rendezvous der Öko-Utopien in der Arte-Mediathek. Überhaupt beschäftige ich mich ja sehr gerne mit der Frage, wie wir leben wollen, wie Städte sich entwickeln, warum sich was wie entwickelt und wie wir das vielleicht beeinflussen können. Wer sich intensiver damit beschäftigen will, dem sei David Harveys "Rebellische Städte" empfohlen.

Ich habe, bevor ich ein Kind bekommen wollte, fünfzehn Jahre lang die Pille genommen. Fünfzehn fucking Jahre lang. Ich habe ein sehr starke Pille verschrieben bekommen, die die Zysten, die mein Körper öfter entwickelt hat, im Zaum halten sollte. Ob sie das wirklich konnte oder tat, weiß ich bis heute nicht. Ich hab sie immer gut vertragen. Als ich die Pille abgesetzt habe, habe ich meinen Körper neu kennengelernt. Mir sind die Haare ausgefallen, ich hatte nie gekannte Launenschwankungen und hatte über Monate hinweg keine Blutung. Und dann natürlich das erste Mal wieder am ersten Tag im Sommerurlaub. Really, Körper?! Bis sich mein Körper auf ein Normalmaß eingependelt hatte, hat er ein Dreiviertel Jahr gebraucht. Für mich Grund genug, zu beschließen, dass ich nach der Schwangerschaft sicher nicht mehr mit Hormonen verhüten werde. Angefangen habe ich mit der Pille übrigens nicht, weil ich Geschlechtsverkehr hatte, sondern, weil meine Haut so schlecht war. Klassiker. Darüber, wie uninformiert Arzt*innen ihre (jungen) Patient*innen lassen und was die Pille eigentlich bewirkt, schreibt Saskia Gerhard auf zeit.de.

Ebenfalls zeit.de - dieses Mal Anna-Lena Scholz, die über Wissenschaftlerinnen schreibt, die noch viel zu selten in der Öffentlichkeit auftauchen. Warum ist das so? Welches Bild haben erfolgreiche Forscherinnen von denen, die in der Öffentlichkeit stehen? Und stellen so viele ihr Licht unter den Scheffel? Interessanter Einblick.
Ich habe übrigens auch ewig gebraucht, bis ich mich mal getraut habe, einen Vortrag bei der re:publica oder anderen Konferenzen einzureichen. Ich dachte immer, ich sei nicht schlau genug dafür. Ich gehöre auch zu den Kandidat*innen, die ständig denken, dass sie doch bald mal erwischt werden, wie sie alles nur bluffen. Dass sie diesen einen Job oder jenen Auftrag gar nicht verdient hätten, weil es bestimmt jemanden gibt, der*die das besser kann. Ich weiß, dass es dafür sogar einen Namen gibt, aber der fällt mir gerade nicht ein. Falls es jemand weiß - gerne die Kommentare packen. Edit: Imposter-Syndrom - danke!
Ich glaube, dass das etwas typisch weibliches ist. Nicht, weil das im Körper so angelegt wäre, sondern weil wir anerzogen bekommen, dass Frauen zurückhaltend und höflich sein müssen. Eine Bekannte, die genau zu diesem Thema ihre Masterarbeit schrieb, erklärte mir, dass es wesentlich mehr Männer als Frauen gäbe, die bei "Wer wird Millionär?" Millionär*in geworden sind. Der Grund dafür sei nicht etwa, dass Frauen weniger schlau seien, sondern dass sie weniger risikobereit sind, sich weniger zutrauen und eher zurückhaltend reagieren. Weil sie es so anerzogen bekommen.

Ich hab diese Woche auch etwas geschrieben - und zwar einen kleinen Kommentar zu den Tweets von Peter Tauber. Ja, ich weiß, dass Tauber bei der CDU und neoliberal ist. Und ja, ich habe von ihm nichts Anderes erwartet. Aber das heißt ja nicht, dass ich ihm nicht trotzdem verbal in den Arsch treten möchte. Nach dem Artikel habe ich nochmal darüber nachgedacht, wie oft mir während des Studiums gesagt wurde, dass ich eben was "Vernünftiges" studieren solle, wenn ich später einen Job haben will. Weil mir das nämlich auch nach dem Kommentar wieder gesagt wurde. Und hoffentlich finde ich die Zeit, darüber nochmal ausführlich zu bloggen. Weil mir dieser Satz nämlich richtig auf die Nerven geht.

Noch was zum Anschauen: Neben Nilpferden sind Quallen meine Lieblingstiere. Sie sind so schön, oder? Und vielleicht regieren sie bald die Welt!


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